Das Gebiß des Hundes

Der Rassestandard des Sheltie beschreibt dessen Gebiß wie folgt :
Kiefern ebenmäßig, glatt geschnitten, kräftig, mit gut entwickelten Unterkiefer, Lippen fest geschlossen, Zähne gesund mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe  ohne Zwischenraum über die untere
greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Ein vollständiger Satz von 42 richtig
plazierten Zähnen ist höchst wünschenswert.

Kaum ein Richter wird auf Ausstellungen einen fehlenden  Zahn ( z. B. einen Prämolaren )
oder einen leicht schräg in der Zahnreihe stehenden Schneidezahn bestrafen. Trotzdem
sollte die Forderung  nach einem kompletten und korrektgestellten Gebiß nicht außer acht gelassen werden.

Gebiß
Milchg.formel
Bleib.Gebißformel

Vollständiges bleibendes Gebiß des Hundes. P4 im Oberkiefer und M1 im Unterkiefer sind Reißzähne.
Prämolaren sind schwarz gefärbt

Allgemeine Formelzeichen
I   =  Incisivi oder Schneidezähne
C  =  Canini oder Haken- oder Fangzähne
P  =  Prämolaren
M  =  Molaren
 

sind in einem Gebiß weniger als  42 Zähne entwickelt, spricht man von Zahnarmut
(Oligodontie) oder von Zahnfehlern. Enthält das Gebiß mehr als  42 Zähne, so wird dies
 als Polyodontie (Hyperdontie)  bezeichnet. Ein Hund mit  voller Zähnezahl ist vollzahnig.

Abweichende Gebißformen und Gebißanomalien

 

 

 

zange7
Vorbiß 7
rückbiß 7

Zangengebiß

Vorbiß

Rückbiß

alle sechs Schneidezähne des Oberkiefers beißen auf die sechsZähne des Unterkiefers

alle sechs Schneidezähne des Unterkiefers stehen vor denen des Oberkiefers

die sechs Schneidezähne des
 Unterkiefers stehen so hinter denen des Oberkiefers,das ein Gebißschluß nicht möglich ist

 

 

 

vorst. 7
schiefes 7
palisade 7

vorstehende Schneidezähne

schiefes Gebiß

Palisadengebiß

die sechs Schneidezähne des Ober- kiefers stehen senkrecht, die zwei mittleren Schneidezähne des Unterkiefers (oder mehr) stehen vor den anderen des Unterkiefers und auch des  Oberkiefers

der Unterkiefer steht nicht passend zum Oberkiefer. endsprechend ungleichmäßig ist der Gebißschluß

 

die Schneidezähne,insbesondere
die des Unterkiefers sind unterschiedlich lang

 

 

 

 

kreuz 7
nicht schließendes 7
unregelm 7

Kreuzgebiß

nicht schließendes Gebiß

unregelmäßiges Gebiß

die Zähne des Oberkiefers bilden zum einem Teil ein Scherengebiß, die Schneidezähne des anderen Teile des Unterkiefers jedoch einen Vorbiß

die Schneidezähne des Ober- und  Unterkiefers überlappen sich nicht bzw. stehen nicht aufeinander, sie lassen einen mehr oder minder sichtbaren  breiten Spalt

nicht alle Schneidezähne stehen nicht Zahn für Zahn gleichmäßig nebeneinander, sondern etwas gedreht oder ein wenig schief oder etwas auser der Reihe


Zahnverlust und Zahnstellungsfehler sowie die unkorrekt platzierten oder verlagerten Fangzähne scheinen bei den Shelties, aber auch bei anderen, insbesondere kleinere Hunderassen,erblich bedingt zu sein. Für das Entstehen dieses vererblichen Mangels wird unter anderen auch die Inzucht verantwortlich gemacht. Er beruht bei Zahnverlust auf dem  Ausbleiben  der Anlage der Zahnkeime im Kiefer bei der Entwicklung der Frucht im Mutterleib Die Domestikation ist hierauf ohne Einfluss, denn bei Ausgrabungen wurden an Hunden aus der Zeit der Römer und der Inkas auch schon Prämolarverluste festgestellt.
Welpen werden Zahnlos geboren. Im Alter von etwa 4 Wochen ( im Unterkiefer oftmals
etwas früher )  brechen die Milchzähne durch. Mit Ende der 6. Lebenswoche ist das
Milchgebiß vollständig ausgebildet. Die Milchzähne sind graziler und spitzer geformt als
die bleibenden Zähne und häufig etwas bläulich gefärbt.
Der Zahnwechsel beginnt meist mit dreieinhalb Monaten und sollte mit dem sechsten Lebensmonat beendet  sein.Meist beginnt der Zahnwechsel an den Schneidezähnen
dann erscheint der erste bleibende Prämolar  (P1),  der keinen Milchzahnvorläufer besitzt Nacheinander erscheinen die Molaren, und die anderen Prämolaren werden gewechselt.
Die Eck- oder Fangzähne benötigen auf Grund ihrer langen Wurzeln besonders lange zum Ausfallen so daß sehr häufig der bleibende Ersatzcaninus und der schon etwas wackelige Milchcaninus zusammen im Maul auftreten  Bei kleineren Hunderassen ver- zögert sich fast immer der Zahnwechsel, er kann sich hier bis  zum achten Monat hinziehen. Treten nachwachsende Zähne und verbliebene Milchzähne zusammen auf, sollten die Milchzahnreste umgehend  sorgfältig (unter Narkose) extrahiert werden, falls diese nicht bereits sehr stark gelockert sind und ein baldiges Ausfallen erwarten lassen.  Besonders häufig findet man diese Komplikationen an den Canini. Verbleibt der  Milchzahn zu lange Im Gebiß, wird der hochwachsende Zahnkeim  in seiner Wachstumsrichtung verdrängt und es kommt  zu schwerwiegenden Zahnstellungs- und Verzahnungsfehlern. Die Fangzähne des Unterkiefers werden dabei meist nach innen abgelenkt, so daß sich die Zahnspitzen in den Gaumen einbohren und dort unter Umständen lebensgefährliche Entzündungen hervorrufen können. *)
Der Milchzahnausfall kann durch spielerische Massage des Gebisses, zum Beispiel durch Zerrenlassen an Tüchern, Knabbern an Kauknochen usw. positiv beeinflusst werden.
Fast ein Drittel aller Hundegeblße weisen Zahnstein auf. Einige Rassen wie Dackel,
Spitze oder Zwergpudel sind dazu prädestiniert und können schon im jugendlichen
Alter mit Zahsteinproblemen zu tun  haben. Der Zahnstein entsteht durch Kalkausfällung des Speichel. Man findet ihn bevorzugt an den Zähnen, in deren Nähe die Ausführungsgänge der Speicheldrüse in die Mundhöhle führen. Die Kalksalze verbinden sich mit den abgestoßenen Zellen der Mundschleimhaut, Eiweißkörpern und Bakterien. Hieraus ergibt sich eine feste, graugelbe oder schwarzbraune Masse, die sich an den Zahnhälsen  niederschlägt und schließlich die  Zähne mandelartig umgibt. Begünstigt  wird der Vorgang  durch die Ernährung mit Weichfutter und der hierdurch beim kauen fehlenden Selbstreinigung. In  den  Buchten und Nischen die  zwichen den Zahnstein   und den  Zähnen entstehen,  sammeln sich Futterreste.  Diese zersetzen sich und verursachen einen üblen fauligen Mundgeruch. Die Ablagerungen von Zahnstein schieben sich in der Folge unter das Zahnfleisch und  verursachen Entzündungen und führen zur Lockerung der Zähne Der Grundsatz : “vorbeugen ist besser als heilen“,sollte auch hierseine Anwendung finden.Regelmäßige Kontrolle des Gebißes und die Entfernung von sich bildenten Zahnbelag mit einfachen Hilfsmitteln, erspart den Weg zum Tierarzt. Die Zähne werden mit Zahnbürste und einer Zahnpasta für Hunde geputzt. Es hilft auch das abreiben der Zähne mit einen Leinenläppchen und etwas Zitronensaft. Stärkere Ablagerungen müssen mit geeigneten mechanischen Mitteln entfernt werden.
Ein deftiger Kalbsknochen schmeckt nicht nur dem Hund, es kräftigt auch die Kaumuskulatur  und sorgt  für eine mechanische Selbstreinigung der Zähne, ebenso wie Hundekuchen, Büffellhautknochen und andere Kauartikel für Hunde. Durch die Fütterung von großen  Rohgemüßestücken und eine Nahrung aus Trockenfutter kann die  Plaquebildung einschränkt  werden. Nichts ist wirkungsvoller und effektiver als das regelmäßige Zähneputzen
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