MDR1-Gendefekt

Der MDR 1-Defekt ist ein Defekt im MDR 1-Gen, der bei einigen Hunderassen verbreitet ist. Dadurch kommt es zu einer mangelhaften oder fehlenden Synthese eines bestimmten Proteins was zu einer Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneimitteln führt. Besonders häufig ist der Defekt bei Collies zu verzeichnen.
Bekannt wurde dabei die Ivermectin-Überempfindlichkeit der Collies. Bei der Gabe von Ivermectin oder verschiedenen anderen Arzneimitteln kann es bei diesen Hunden zu neurotoxischen Symptomen, wie Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Zittern, Benommenheit, Erbrechen, Desorientiertheit und vermehrtem Speichelfluss kommen, höhere Dosen können auch zu komatösen Zuständen und sogar zum Tod des Tieres führen.

Rasse

MDR-Genotyp (%)


MDR 1(+/+)

MDR 1  (-/+)

MDR 1(-/-)

Collie

43,9

23,1

33

Shetland Sheepdog

45,7

48,6

5,7

Australian Shepherd

67,9

25,2

6,9

Wäller

62,9

37,1

0

Old English Sheepdog

87,5

12,5

0

Border Collie

99,1

0,6

0,3

Bearded Collie

100

0

0

Für den MDR 1-Genotyp eines Hundes gibt es drei verschiedene Möglichkeiten:

          1.    nicht betroffen      MDR1 (+/+)
          2.    Merkmalsträger       MDR1 (-/+)
          3.    betroffen                   MDR1 (-/-)

Ist der MDR 1-Genotyp zweier Zuchttiere bekannt, kann bereits eine theoretische Voraussage über die MDR 1-Genotypen der nachkommenden Generation getroffen werden.


MDR-Genotyp der Hündin

MDR-Genotyp des Rüden

MDR 1 (+/+)

MDR 1 (-/+)

MDR 1 (-/-)

MDR 1 (+/+)

100% MDR 1 (+/+)

50% MDR 1 (+/+)
50% MDR 1 (-/+)

100% MDR 1 (-/+)

MDR 1 (-/+)

50% MDR 1 (+/+)
50% MDR 1 (-/+)

25% MDR 1 (+/+)
50% MDR 1 (-/+)
25% MDR 1 (-/-)

50% MDR 1 (-/+)
50% MDR 1 (-/-)

MDR 1 (-/-)

100% MDR 1 (+/-)

50% MDR 1 (-/+)
50% MDR 1 (-/-)

100% MDR 1 (-/-)

Problematische Arzneistoffe beim Genotyp MDR1 -/- :
Darunter fallen folgende Antiparasitika aus der Stoffklasse der makrozyklischen Laktone:
die Ivermectin-Präparate Diapec®, Ecomectin®, Equimax®, Eqvalan®, Ivomec®, Noromectin®, Paramectin®, Qualimec®, Sumex® und Virbamec® das Doramectin-Präparat Dectomax® und die Moxidectin-Präparate Cydectin® und Equest®.
Darüberhinaus sollten die für den Hund zugelassenen Präparate aus dieser Stoffklasse nicht abweichend von ihrer zugelassenen Applikationsform verwendet werden. Dies gilt insbesondere für die orale Verabreichung der Präparate Stronghold® (Selamectin) und Advocate® (Moxidectin und Imidacloprid).

Quelle und Weblinks:
http://www.uni-giessen.de/mdr1defekt
http://de.wikipedia.org/wiki/MDR1-Defekt